Wenn es in einem Ort mehrere gleichlautende Adressen gibt

Manchmal kommt es vor, dass sich Orte zu einer gemeinsamen Gemeinde zusammenschließen. Sofern eine Straße mit einem markanten Namen beide Orte durchquert, kann es anschließend vorkommen, dass hierdurch in der neuen Gemeinde mehrere gleichlautende Adressen entstehen.

Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel die Tiroler Gemeinde Wildschönau. Damit die OSM Namensauflösung hierbei funktioniert, ist eine besondere Adressformatierung notwendig. Beispiel:
https://www.openstreetmap.org/way/188724162 und
https://www.openstreetmap.org/way/188662679

Eine andere vielfach von Gemeinden gewählte Variante ist, in das Feld addr:city den Ort und nicht die Gemeinde zu schreiben (der austriaaddresshelper macht das ebenso). Leider kann OSM Nominatim anschließend mit dieser Variante nichts vernünftiges anfangen.

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Bugwarnung beim Austraddresshelper

Das JOSM Plugin Austraaddresshelper liefert wieder einmal veraltete, und zudem fehlerhafte Adressdaten.

OpenStreetMap ist ein Projekt indem auch Laien mitwirken. Wenn nun Professionisten mächtige Tools wie den Addresshelper zur Verfügung stellen, diese Tools aber nicht regelmäßig pflegen, so besteht erhebliche Gefahr dass
hierdurch Fehler ungeprüft in die OSM Datenbank gelangen.

Konkret: Amstetten at_bev:addr_date:2018-10-01 aktuell ist 1.4.2019, der Austraaadresshelper liefert im address:city Datenfeld den Wert für addr:place

Leider kann ich auch, von einer Anwendung vom User Luzandro bereitgestellten Adressdaten nur abraten. Luzandro bricht die von Ihm aufbereiteten Adressdaten nun bis auf die Straße herunter
https://forum.osm.org/viewtopic.php?pid=713224#p713224 Seine Adressdatensätze sind hierdurch inzwischen in tausende Einzeldateien fragmentiert. Durch eine spezielle Formatierung, zwingt Luzandro den Anwender je Straße, zu einem eigenen OSM Changeset. In Kombination mit regelmäßigen BEV Neuveröffentlichungen macht er es uns so unmöglich, die von Ihm aufbereiteten Daten näher zu kontrollieren. Nachdem Luzandro die ZMR Schreibweise in eine abweichende Langform umwandelt, ist die Datenkonsistenz hierdurch nicht mehr gewährleistet. Im Gegensatz zu z.b. Google, interpretiert OSM Nominatim Adressen nur zeichengenau. Das macht Luzandros Adressen für OpenStreeteMap unbrauchbar, seine Adressen stören solange OSM keine redundante Adresssuche kennt das OSM Projekt.
https://forum.osm.org/viewtopic.php?pid=713224#p713224

Was bleibt ist, sich für Adresslisten jeweils direkt an die Gemeinde oder Stadt zu wenden, oder der Vorort Erhebung zu vertrauen.

Update: Am 23. April 2019 habe ich unter exemplarischer Anwendung der Adressdatenaufbereitung von Luzandro, die Stadtgemeinde Altlengbach (ca. 8200 Einwohner) in Adresse aktualisiert. 296 durch eine spezielle Formatierung durch Luzandro erzwungene Changesets für eine einzige Gemeinde, in 14 Stunden Arbeit, ich denke ich träume. Ich habe versucht den von Luzandro aufbereiteten Daten einen Nutzen abzugewinnen, das ist mir leider nicht gelungen. Ich stelle fest, seine Aufbereitung ist nur unter knochenbrechender Anstrengung anwendbar. Mag sein dass ein Programmierer hiervon fasziniert ist, wie seine mittels Script erstellten Adresslisten, je Straße auf die Festplatte fließen. Nur wer soll derart strukturierte Daten jemals etwas abgewinnen können. Hierfür würde man je Region, hunderte freiwillige Mapper benötigen, die haben wir leider nicht.

Österreich, residential und unclassified nur noch sparsam

Seit 2013 bemühe ich mich OpenStreetMap, in den Europäischen Alpen ein bisschen besser zu machen. Im Jahr 2019 muss ich aufgrund nachhaltiger Frustration nun mal innehalten.

Ich stelle fest, residential und unclassified wurden auf Kanadische und US Verhältnisse optimiert. In unseren Alpendörfern rendert residential, gnadenlos mit viel zu dickem Pinsel durch das Dorfzentrum. Auch unclassified wird unseren traditionell in Hanglage einspurigen Dorfstraßen, welche im Gebirge kleine Gehöftsiedlungen -ohne öffentlichen Verkehr- verbinden, unmöglich gerecht. Man hat hier an eine Piste in Alberta https://www.openstreetmap.org/way/31077059 gedacht. Zum Vergleich, ebenfalls Zoomstufe 13 bei uns https://www.openstreetmap.org/#map=13/46.9317/12.4840

Meine Schlussfolgerung daraus ist highway service, sowie residential nur noch dort und äußerst sparsam eingesetzt, wo Straßen durch öffentliche Verkehrsmittel, äquivalent Bussen mit 50 Sitzen befahrbar sind.

Und siehe da, die Priorität im Routing ist hierdurch wieder korrekt, die Darstellung im Detail lichtet sich auf, plötzlich entsteht wieder Raum für weitere Details. Kunststück wenn man zum Vergleich eine Landschaft in den USA oder Kanada nimmt, dort sind Dimensionen eben vielfach größer. Wo bei uns ein Gebirgstal mit drei Dörfern reinpasst, führt in anderen Ländern gerade mal die Zufahrt zu einer einzigen Farm hindurch.

Ein Vergleich von weltweiten Landschaften in der OSM Zoom Stufe 13 zeigt, wenn man bei uns in manchen Alpentälern, in Klassifizierung von Straßen eine Stufe tiefer greift, OSM Carto dies dann durch wesentlich bessere Generalisierung belohnt.

OSM Weichenstellungen in Österreich

Es gab in der letzten Zeit im OpenStreetMap Projekt in Österreich, einige interessante Veränderungen:

Vergleicht man im März 2019 Gebäudeumrisse in OpenStreetMap, mit ihrem Pendant in der amtlichen basemap.at, so muss man erstaunt feststellen dass es speziell im Osten von Österreich in OpenStreetMap fast nur äußerst grobschlächtig gemappte Gebäudeumrisse gibt. Einen Grund kann man hierin erkennen, dass bei OSM-Inhalten welche noch aus dem Zeitrum 2009-2013 stammen, es damals gravierende technische Einschränkungen für Mapper gab. Schaut man auf neuer Arbeiten, so erkennt man dass solche Arbeiten meist von nur wenigen Usern stammen. Trotz heute vorliegender hochwertigen Luftbildern wird von diesen trotzdem nur grobschlächtig gearbeitet. Ich habe mir die Mühe gemacht, einige User auf diese Diskrepanz hinzuweisen, habe aber leider noch von keinem einzigen, hierfür eine plausible Antwort erhalten. Wohl auch aufgrund meiner Nachfrage hat erwin6330 und !Y! inzwischen deren destruktive Mitwirkung -wenigstens- pausiert. Beide User sind seit Monaten nicht mehr aktiv, was ich persönlich als sehr positiv empfinde, hiermit geht hoffentlich auch eine für OSM Österreich unrühmliche Epoche zu Ende.

Wie JM82 hier anmerkt, https://forum.osm.org/viewtopic.php?id=65313 ist das West Ost Gefälle nun leider zementiert. Wo findet sich Motivation und eine zum Nachbessern notwendige Freiwilligen Anzahl?.

Ein Blick in andere OSM- Entwicklungsländer zeigt, dass eine Grund Qualität an Gebäudeumrissen, dort durch großflächige OpenGov Gebäudeimporte erzielt wurde. Ich stelle daher nun solche auch bei uns in Österreich zur Diskussion. Hierfür stehen uns jetzt BEV Daten, unter geeigneter Lizenz CC BY 4.0 zur Verfügung. http://www.gisforge.com/files/Permission_to_Incorporate_basemap.at_Into_OpenStreetMap_.pdf

JOSM Plugin Austraaddresshelper Version 3/2019

Ich teste gerade die neue Version des JOSM Plugin, Austraaddresshelper.
Das ist gar nicht so einfach, denn sofern man versucht in Regionen in denen die Adresse bereits als Node gemappt vorliegt, die Adresse neu dem Gebäudepolygon zuzuweisen. (Aufgrund der bekannten Einschränkungen der alten Plugin Version, sind Adressen im Bundesland Salzburg weitgehend als Node gemappt) ,

poppt bei jeder einzelnen Adresse -trotz vorher gelöschtem Adressnode, eine seltsame Warnmeldung auf. Auch ist die App teilweise immer noch extrem langsam, bis zu fünf Sekunden verstreichen teilweise, bis endlich die Adresse einlangt.

JOSM verfügt inzwischen eine integrierte Prüf Funktion auf doppelt zugeteilte Adressen. Warum man die App aAddresshelper nicht von der auferlegten Beschränkungen „Adressprüfung auf Duplikate“ befreit, ist daher unverständlich.
Positiv ist nun jedenfalls, der vordem mühsame Weg, Adressen erst einem gesetzten Node zuzuordnen, und diesen anschließend auf die korrekte Position zu ziehen, das entfällt nun tatsächlich weitgehend.